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Das Cholita-Wrestling
     
 

In einer der höchst gelegenen Städte der Welt im Herzen Südamerikas räumen einheimische Frauen mit dem Machismus auf und sorgen inzwischen weltweit für Furore. Gekleidet mit ihren traditionellen dicken Röcken und den typischen langen Zöpfen legen sie jeden Sonntag eine spektakuläre Wrestlingshow hin. Sie kämpfen gegen maskierte Männer, die gegen die Frauen, die aufgrund ihrer Kleidung “Cholitas” genannt warden, keine Chance haben. Der Schiedsrichter schlägt sich lautstark auf die Seite des Bösen oder des Guten. Der Zuschauer wird zwischen gewagten Stunts und witzigen Überraschungen hin und her gerissen. Nicht umsonst wird das Cholita-Wrestling von El Alto Jahr für Jahr berühmter.

 

Training und Kampf 

Wrestling entstand in Mexiko und den USA. Auch wenn es sich nicht um einen realen Kampf wie beim Boxen handelt, ist ein hartes Training nötig, um die Tricks und Choreografie einzustudieren. Während die Frauen auf der Bühne zu Rivalinen werde, findet das Training Seite an Seite statt. Sie helfen sich gegenseitig, um so immer besser zu werden und die erforderliche körperliche Fitness zu erlangen. Der große Erfolg der Cholitas ist vorallem ihrem Ehrgeiz zuzuschreiben. Männer, die mit ihnen trainiert haben, erzählen immer wieder von dem unerbittlichen Kampfgeist der Frauen. 

Die Bolivianer rühmen die Show der Cholitas als den höchsten Kampf der Welt, da er auf knapp 4000m über dem Meeresspiegel stattfindet. Jeden Sonntag wird in einem Kolosseum in El Alto zwischen “Gut und Böse” gekämpft. Inzwischen ist die Show weltweit gefragt, schließlich sind kämpfende Frauen mit dicken Röcken und zwei fliegenden Zöpfen überall unterhaltsam anzuschauen. Männer kämpfen unter Namen wie “Criatura de Dios - Geschöpf Gottes”, “El Dios – der Gott” oder “El Salvaje – der Wilde” gegen die bunt gekleideten Cholitas und verlieren jedes Mal.

Dies ist nicht nur ein Spiel und eine Show. Da die bolivianische Geschellschaft noch immer vom Machismus geprägt ist, versuchen die Cholitas die Gleichstellung zwischen Mann und Frau zu erreichen, indem sie die weibliche Stärke demonstrieren. Alle Darsteller der Show – Frauen und Männer – wollen so eine Idee an das bolivianische Volk vermitteln. 

Das Cholita-Wrestling – mehr als nur ein Sport. Der Kampf bolivianischer Frauen für die Emanzipation. 

Bereits in den 80er Jahren schlossen sich Frauen zusammen, die vom Land in die Stadt gezogen waren. Sie stießen auf der Suche nach Arbeit immer wieder auf den in Bolivien tief verwurzelten Machismus, der sie am Fortschritt hinderte. Mit dem vormals nur Männern vorbehaltenen Wrestling fanden die Cholitas ein Aufsehen erregendes Medium, um die neue Idee der Emanzipation zu verbreiten.

Unter Namen wie “Barba Negra – Schwarzbärtige“ oder „Santa Boliviana – Heilige Bolivianerin“ steigen Cholitas jeden Alters, egal ob Studentin, Mutter oder Kellnerin in den Ring, um für die Anerkennung der traditionell bolivianischen Frau zu kämpfen.

Das Konzept geht auf und die Frauen nutzen die wachsende Aufmerksamkeit für Engagement in staatlichen Inst¡tutionen, Bau von Schulen, Ausstattung von Krankenhäusern und vieles mehr...

Schließlich wollen die Frauen nicht nur im Ring Kraft und Entschlossenheit zeigen.

 
   
 

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